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Ratgeber

Digitaler Nachlass nach einem Todesfall: Was tun?

Wenn ein nahestehender Mensch gestorben ist, wirken E-Mail-Konten, Profile und Abos schnell überwältigend. Diese Seite zeigt eine Reihenfolge, die Ihnen hilft, ohne Eile das Richtige zu tun.

Eine ruhige Reihenfolge

Sie müssen nicht alles an einem Tag erledigen. Diese sieben Schritte bauen aufeinander auf:

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    Durchatmen und Wünsche klären

    Vieles im digitalen Nachlass hat Zeit. Prüfen Sie zuerst, ob die verstorbene Person Wünsche hinterlassen hat – in einem Testament, einer Vorsorgemappe oder einer Notiz – und sprechen Sie in der Familie ab, wer sich um die Konten kümmert.

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    Zuständigkeit klären

    Gegenüber Anbietern handeln in der Regel Erben oder Bevollmächtigte. Klären Sie, wer das in Ihrem Fall ist, bevor Sie Anträge stellen – das vermeidet Rückfragen und Doppelarbeit.

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    Vorhandene Unterlagen sichten

    Starten Sie mit dem, was Ihnen rechtmäßig zugänglich ist: Kontoauszüge mit Abbuchungen, Rechnungen, Verträge in Papierform, eine hinterlassene Kontenliste und öffentlich sichtbare Profile. Daraus entsteht eine erste Übersicht.

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    Wichtige Daten berücksichtigen

    Bevor Sie eine Löschung beantragen, überlegen Sie, welche Fotos, Dokumente oder Nachweise gebraucht werden könnten. Fragen Sie beim Anbieter nach, ob und unter welchen Voraussetzungen eine Herausgabe möglich ist.

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    Laufende Kosten und Verträge prüfen

    Abos und Mitgliedschaften können weiterlaufen. Prüfen Sie je Anbieter die Vertragsbedingungen und die Möglichkeiten einer Kündigung im Todesfall. Eine Kontolöschung beendet nicht automatisch jeden Vertrag.

  6. 6

    Offizielle Antragswege nutzen

    Viele Anbieter haben eigene Formulare für Angehörige. Nutzen Sie diese, statt sich mit fremden Zugangsdaten einzuloggen oder Schutzmechanismen zu umgehen.

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    Bearbeitung und Rückfragen dokumentieren

    Notieren Sie je Konto Datum, Antragsart, Vorgangsnummer und Antwort. Rückfragen sind häufig; mit Notizen behalten Sie auch über Wochen den Überblick.

Wie Sie einzelne Profile schließen oder in den Gedenkzustand versetzen lassen, erklärt die Seite Online-Konten Verstorbener löschen.

Was Sie nicht vorschnell löschen sollten

Manche Konten sind für die weitere Abwicklung wichtig oder enthalten unersetzliche Erinnerungen. Hier lohnt es sich, vor einer Löschung innezuhalten:

E-Mail-Postfach

Hier kommen oft Rechnungen, Kündigungsbestätigungen und Hinweise auf weitere Konten an. Wird das Postfach früh gelöscht, fehlen diese Informationen später möglicherweise.

Cloud-Speicher

Dokumente, Verträge und Sicherungen liegen heute häufig in einer Cloud. Eine Löschung lässt sich in der Regel nicht rückgängig machen.

Fotos und Videos

Bilder haben oft großen Erinnerungswert. Klären Sie vorab, ob der Anbieter einen Weg zur Datenanfrage für Angehörige vorsieht – etwa bei Google oder Apple.

Wichtig: Loggen Sie sich nicht unberechtigt in fremde Konten ein und umgehen Sie keine Sicherheitsmechanismen. Nutzen Sie die Verfahren der Anbieter, zum Beispiel bei Google oder Apple.

Welche Dokumente gebraucht werden können

Jeder Anbieter legt selbst fest, was er sehen möchte – und das hängt auch vom Anliegen ab. Häufig gefragt sind:

Sterbeurkunde
Wird von vielen Anbietern verlangt, meist als Kopie oder Scan.
Ausweis der antragstellenden Person
Zur Bestätigung Ihrer Identität.
Nachweis der Berechtigung
Je nach Anbieter und Anliegen zum Beispiel Erbschein, Testament mit Eröffnungsprotokoll oder eine Vollmacht. Für Datenherausgabe oder Guthaben werden oft strengere Nachweise verlangt als für einen Gedenkzustand.
Angaben zum Konto
Profil-Link, Nutzername oder E-Mail-Adresse, damit das Konto eindeutig zugeordnet werden kann.

Ein einzelnes Dokument reicht nicht in jedem Fall, und feste Bearbeitungszeiten gibt es nicht. Dass Konten grundsätzlich vererbt werden können, hat der Bundesgerichtshof 2018 entschieden.

Wenn Ihnen das gerade zu viel ist

Sie können die Anträge selbst stellen. Wenn Sie lieber Unterstützung möchten, übernimmt Digital Goodbye die Anträge und die Kommunikation mit den Plattformen – ohne Passwörter und ohne Erfolgszusage, denn über das Ergebnis entscheidet die Plattform. Mehr dazu im Überblick zu Hilfe & Service.

Häufige Fragen nach einem Todesfall

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Weiterführende Informationen

Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechtsberatung. Verfahren der Anbieter können sich ändern – maßgeblich sind die aktuellen Angaben des jeweiligen Anbieters.